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Never give up – wir und die Bürokratie!

Einige Leute haben es bereits durch unsere Postings bei Facebook mitbekommen, dass wir 2009 eine besonderen Herausforderung zu bewältigen hatten, die mit Fotografieren eigentlich nichts zu tun hat. Trotzdem gehört es zum Fotografengeschäft wie Kamera und Linse: Der Kampf gegen Behörden, Neider und Neinsagern!

Caringo PhotografiX ist ein Unternehmen in Deutschland (München), wer also glaubt es sei damit einfach auch im europäischen Ausland tätig zu werden bzw. seine Dienstleistungen dort anzubieten, der sollte diesen Artikel weiterlesen.

Seit 2004 kann jeder der es möchte, ein Fotografengeschäft bzw. Fotodienstleistungsbetrieb in Deutschland eröffnen ohne den bis dahin notwendigen Meisterbrief oder eine vergleichbare Ausbildung zu haben. Jeder darf die gleichen Tätigkeiten wie ein Fotograf ausüben. Einen Unterschied gibt es allerdings, obgleich dies niemanden wirklich interessiert: Man darf sich nicht Fotograf nennen. Foto Designer, Fotojournalist oder Fotoreporter sind die Bezeichnungen zwischen denen man wählen kann. Für uns und für viele andere ist diese einfach ein logischer Schritt in die richtige Richtung, den Markt der sich in den letzten Jahren so stark verändert hat, für Autodidakten zu öffnen und somit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der ganze Prozess hier in Deutschland ist sehr unbürokratisch und einfach. Zwei Dinge sind dabei zu beachten::

  1. die Freunde vom FA und
  2. die Handwerkskammer.

Wir haben uns entschieden bei dem Prozess der Unternehmensgründung Unterstützung zu holen, damit wir auch keine Fehler machen und irgendwelche Probleme bekommen die uns daran hindern unsere Arbeit zu machen. Leider aber sind wir hier nicht 100%ig perfekt beraten worden, was das Arbeiten im EU-Ausland betrifft, und dies möchten wir mit diesem Posting weiter geben.

Wir haben sehr viele Kunden in Österreich und man möge meinen, dass es keine Probleme gibt, als deutsches Unternehmen in Österreich seine Dienstleistungen anzubieten (z.B. via www.caringo.at). Allerdings ist es so, dass man für das Anbieten, Akquirieren und Erbringen einer Dienstleistung in Österreich (als Ausländer :-) eine sog. Dienstleistungsanzeige beim Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend einreichen muss. (Man stelle sich mal vor, Fotografen wie Joe McNally müsste sich in jedem Land in dem er tätig wird anmelden! LOL)

Für das, aus österreichischer Sicht genannte, “Herüberarbeiten” im Bereich der Fotografie, benötigt man einen Befähigungsnachweis. Viele wissen vermutlich, dass man in unserer alten Heimat für die Ausübung des Berufsfotografen immer noch eine Meisterprüfung oder eine vergleichbare, gleichwertige Ausbildung benötigt. Somit ist es für ausländische Fotografen, ebenfalls notwendig einen Befähigungsnachweis zu erbringen. Wie zum Beispiel einen Meisterbrief. Weiters gibt es auch die Möglichkeit nachzuweisen, dass man bereits seit mindestens zwei Jahren das Unternehmen im “eigenen” Land führt.

Tolle Aussichten für uns!

Aber generell gilt doch immer, wo kein Kläger, da kein Richter. Also gut, woher wissen wir das alles dann wohl? Natürlich flatterte eines Tages ein Brief der WKO (Wien) ein wo mir (Ingo) mitgeteilt wurde, dass über mich Beschwerde geführt werde, da ich wohl nicht rechtmäßiger weise die Tätigkeiten des Berufsfotografen in Österreich ausüben würde und ich dies zu Unterlassen habe oder den oben genannten Nachweis der Befähigung erbringen sollte. (Achja, hier schick ich euch meinen Meisterbrief, stupid me, hab ich total vergessen…sorry!) Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir aber noch nichts von diesem “Herüberarbeitengedöhns” wozu auch –> EU!

Natürlich wissen wir nicht wem wir einen Job weggenommen haben, aber wir haben eine regionale Vermutung, woher diese Anzeige bei der Wirtschaftskammer stammen könnte. Letzten Endes ist es auch egal, für uns zählte somit nur eins: DO IT LEGAL! Wir hatten zu dem Zeitpunkt bereits 10 Aufträge für 2010 und das letzte was wir wollten ist, diese Absagen zu müssen, weil wir den österreichischen Behörden/Fotografenkollegen ein Dorn im Auge sind.

Wir haben dann eine junge und sehr engagierte Spitzenanwältin angeheuert die uns helfen sollte aus dieser Lage ohne Klage raus zu kommen. Denn eins war klar, die WKO war natürlich im Recht, wir haben da was verpennt. Und jeder weiß, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Zweite Aufgabe bzw. zweites Ziel war den Nachweis zur Befähigung zu bekommen.

Welche Möglichkeiten gäbe es?

  1. Wir lassen es einfach in unserer alten Heimat zu Arbeiten und kommen nach zwei Jahren wieder -> NO WAY!
  2. noch ein Studium -> Abendstudium gibts nicht, Vollzeit? zahlt uns keiner
  3. Praktikant bei einem Fotografen (mit Meister) und dann die Aufträge darüber abwickeln -> nicht möglich, da Personenbezogen
  4. GmbH Gründen, Geschäftsführer mit Befähigungsnachweis einstellen -> Theoretisch möglich, aber riesen Akt
  5. Meisterprüfung in Österreich -> Gute Idee, kostet nicht viel, Durchfallrate bei Autodidakten z.B. in Wien 100% -> Problem dabei für uns: Analogentwicklung bzw. Dunkelkammer Arbeiten, Vorbereitungskurse kosten ein Vermögen und vor allem sehr viel Zeit (bis zu 4 Wochen beim Wifi), Termine sind extremst ungünstig gelegen.
  6. Meisterprüfung in Deutschland -> auch gute Idee, es gibt aber keine mehr :-) zumindest nicht im bayrischen Raum. Es gibt nur mehr 3 Fotoinnungen in Deutschland und sehr sehr spärlich Meisterprüfungen
  7. Juhu ab dem 28.12.2009 ist für alle EU Länder eine Richtlinie umzusetzen, die besagt, dass jeder der ein Gewerbe im EWR+Schweiz hat, diese Tätigkeiten auch im gesamten EWR+Schweiz ausüben darf –> ÖSTERREICH WEIGERT SICH DIESE RICHTLINIE UMZUSETZEN! Danke Vaterland!
  8. Whats left?

Unsere Anwältin und auch wir haben uns sehr viel mit der Sache befasst, und je mehr Leute man am Telefon hatte umso größer wurde das Möglichkeitsgenre. Ihr werdet es kaum glauben, aber bei der BH in Salzburg wurde uns sogar probiert zu sagen, dass für das Arbeiten in Österreich ein Visum benötigt wird. Auch dass wir Österreicher sind und dass es eine Art Europäische Gemeinschaft gibt, Schengen und so, wollte die Dame nicht von ihrer Visumsache abbringen.

Die meisten Versuche und Vorschläge die wir bekommen haben hatten einen gemeinsamen Nenner: die Fotoinnung! Auf der einen Seite kann ich es gut verstehen, dass die sich selbst und ihre Meister schützen wollen, aber mit einem Verein der 1990 stehen geblieben zu sein scheint, möchte ich nicht meine Zukunft anvertrauen und somit haben wir alles daran gesetzt, nicht von der Fotoinnung abhängig zu sein.

Sehr früh in diesem ganzen Prozess wurde uns von einem Mitarbeiter (EU-Praktikant!) der Handwerkskammer München und Oberbayern der Begriff “Individuelle Befähigung” genannt, und das es sehr einfach sei diese zu erhalten (Natürlich nur wenn die Arbeit die man leistet dies auch befürwortet). Dies schien eine perfekte Lösung zu sein, da diese Befähigungen auch eingeschränkt werden können. Man stellt einen Antrag bei einer Bezirkshauptmannschaft (so heißen in Österreich u.a. die KVRs) auf “individuelle Befähigung”. Wird dem Antrag stattgegeben, darf man das beantragte Gewerbe in Österreich gründen/ausführen was auch immer. Es sollte logischerweise somit auch reichen, dieses Schreiben als Befähigungsnachweis für das “Herüberarbeiten” zu verwenden. Sicher ist das zwar nicht, denn das BMI hatte so einen Fall noch nie. Mehrmaliges Nachfragen hat aber dann doch gezeigt dass es ausreichen würde. Der zweite Kontakt mit diesem neuen Schlagwort war aber wieder mit der Fotoinnung, die uns dann auf die Meisterprüfung verwiesen hat.

Ich hab mich dann über unseren Bürgermeister aus Virgen, Dietmar Ruggenthaler, mit der BH in Lienz und mit den zuständigen Personen dort in Verbindung gesetzt um diese IB zu bekommen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Dietmar für seine Unterstützung. Die Mitarbeiter der BH Lienz haben natürlich mit Fotografie etc. nichts am Hut und was tut man als BH Mitarbeiter dann wenn jemand eine IB für Fotografie haben möchte? Natürlich, man verlangt eine Arbeitsprobe bzw. Bestätigung der Fotoinnung! Wir befinden uns nebenbei gesagt im vierten Monat des Prozesses und immer noch kein Licht in Sicht!

Natürlich bin ich bereit eine Arbeitsprobe bei der Fotografeninnung abzulegen, will aber dennoch eine Information vorab, ob dies auch sinnvoll wäre. Unsere Referenz ist die Homepage und jeder kann sich da ein Bild machen, wer wir sind und was wir tun. Wir haben via Wirtschaftskammer Tirol dann eine RÜckmeldung der Fotoinnung bekommen, dass auch mit Arbeitsprobe kein positiver Bescheid für die IB erstellt werden würde. Wie weiter oben schon beschrieben, schützt die Innung im Wesentlichen sich selbst und diese Auskunft war einfach nur logisch.

Die Lösung!

Die nette Dame der BH Lienz hat aber nach einigen Wochen stetigem Nachfragen und Telefonieren noch eine weitere Möglichkeit der Beweisführung auf den Tisch gebracht und zwar ein Gutachten! Ein Gutachten von einem gerichtlich vereidigten Sachverständigen für Fotografie in Österreich würde auch ausreichen für die IB! Als wir das gehört haben, wussten wir, das ist die Rettung! Jemand kann ein Urteil bilden ohne die Fotoinnung oder ein Vertreter dieses Vereins zu sein -> das ist unsere LÖSUNG!

Gar nicht lange Zeit später bin ich im Zug nach Wien gesessen um mich mit einem Professor der Fotografie in dessen Studio zu treffen und über mich ein Gutachten erstellen zu lassen. Es war ein langer Tag in Wien, jede Menge Fragen und Fachgesimpel über Fotografie und Technik. Der letzte Akt war das Online Portfolio Review von www.caringo-photo.de gemeinsam mit dem Herrn Professor. “Genau so muss eine Reportage gemacht werden!” “Genau solche Portraits verdienen Leute die heiraten”, “Ich hab hier in Wien noch keine Fotografen gesehen, die solche Arbeiten vorweisen können”. Diese und noch weitere Aussagen hat er von sich gegeben, als er auf unserer Webseite die Slideshows angesehen hat. Ich hab ihm jede Menge unserer Ideen erzählt und ihm auch klar gemacht, dass es nicht nur die Fotografie ist was uns ausmacht, sondern auch wie man mit Kunden umgeht und wie man neue Kunden gewinnt. Er hatte auch noch zum Ausdruck gebracht, dass er Anfangs meine Fähigkeiten auf meinem Technikstudium aufbauen wollte und er jetzt deswegen ein schlechtes Gewissen habe. Er war sehr erleichtert diese Bilder vorgefunden zu haben um das Gutachten nicht ablehnen zu müssen.

Ich habe bei den Fragen zur Analogfotografie leider nicht sehr gut abgeschnitten, aus diesem Grund hat er natürlich auch nicht sehr viel darüber schreiben können – was für mich absolut in Ordnung war. Daher habe ich ca. 3 Wochen nach dem Gutachten eine Individuelle Befähigung in meinen Händen gehalten, und darf mich offiziell “Berufsfotograf gemäß § 94 Ziffer 20 Gewerbeordnung 1994, eingeschränkt auf Digitalfotografie” nennen!

Das Bundesministerium hat somit keinerlei gesetzliche Hindernisse nach diesem Bundesgesetz gefunden, wieso wir nicht in Österreich Fotografieren dürfen sollten. ANTRAG STATTGEGEBEN!

So, das war die fünf-monatige Geschichte die wir seit Oktober zu bearbeiten hatten. Es hat uns viel Geld gekostet, nicht weil wir dafür so viel zahlen mussten, sondern weil wir ca. 20 Anfragen leider nicht anbieten durften und viele dieser Kunden natürlich deswegen verloren haben bzw. nicht gewinnen konnten. Wir hoffen, das unsere Hintergrundgeschichte unseren Fotografenkollegen in ähnlicher Situation hilft. Wir bedanken uns auch hiermit bei der oder demjenigen der uns bei der WKO angezeigt hat, denn ohne diesen Brief der WKO hätten wir vermutlich nie den offiziellen Status des Berufsfotografen erlangt.

Die Moral dieser ganzen Aktion ist für uns auch sehr eindeutig: Never give up! Wenn man will, kann man alles erreichen!

Wer Fragen hat oder Kontaktinfos braucht, kann uns gerne anschreiben und wir freuen uns wenn wir weiter helfen können.

lg und bis bald

Ingoman und Carmen

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11 Comments

  • Reply
    Maria
    15. March 2010 at 22:46

    Oh Gott, was hab ich gezittert und gebangt, als ich den ersten Teil gelesen hab… Hab mich auf unserer Hochzeit schon ohne unsere Traumfotografen gesehen. :-((((

    SUPER, DASS IHR NICHT AUFGEGEBEN HABT UND JETZT IN Ö FOTOGRAFIEREN DÜRFT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :-)))

  • Reply
    der digge male
    16. March 2010 at 0:05

    Na dann sag ich auch mal Danke, IngoMan. Nicht nur, dass wir bis hin zur selben Bezirkshauptmannschaft in der absolut gleichen Lage sind (abgesehen davon, dass meine Ambitionen, in der Heimat zu fotografieren, erstmal brachliegen), auch war’s schön zu sehen dass es Wege gibt. Wenn auch verschlungene.

    Die Idee und das Konzept einer Innung ist mir absolut klar, verständlich und ich finde sie sogar begrüssenswert. Ich will mir ja auch von keinem Haardesigner die Haare machen lassen, der nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Plan Frisuren zusammenschustert (oder was er dafür hält).

    ABER natürlich muss der Weg über einen Befähigungsnachweis möglich sein. Letztendlich entscheidet der Kunde, inwieweit er sich dem Dienstleister anvertraut – und Fotografen sind keine Chirurgen. Kaum lebensbedrohliche Szenarien denkbar, die ein schlecht bis gar nicht ausgebildeter Fotograf verursachen könnte…

    Wie bedroht sich die eingeschworene Gemeinschaft der Fotografeninnung mittlerweile fühlt, lässt sich anhand zweier Hausdurchsuchungen im Bekanntenkreis nur erahnen. Kein Scherz. Das bringt meinen Respekt vor der Institution gehörig ins Wanken.

    Sei’s drum – derzeit ist es für mich kein brennendes Verlangen, mit der Cam profitorientiert in der Heimat einzufallen, und nun weiss ich ja auch, wo ich mit der Recherche ansetzen kann, sollte es jemals soweit sein.

    Dir erstmal RESPEKT. Auch mich hatte erstmal Dein Studium und die Tatsache, dass ich Dich noch nie mit einer Kamera gesehen hatte (DAMALS) gehörig irritiert. Aber was ihr macht, ist aller-, allererste Güte, und Dein/Euer Engagement zumindest für mich beispiellos. Bravo.

    Also: Gut Licht weiterhin. Oder Gut Blitz, was immer grade zur Hand ist, und liebe Grüße aus Berlin.

  • Reply
    Roswitha
    16. March 2010 at 10:55

    Hallo carigo!
    Hab deinen Bericht mit Vergnügen gelesen, auch wenn ich den guten Ausgang der Geschichte schon kannte. Es bestätigt sich wieder einmal “gib niemals auf ! ” und “am Ende ist alles gut ” Gratulation! Macht`s weiter so!
    lg mam

  • Reply
    admin
    16. March 2010 at 11:32

    @malechris
    Freut mich dass unsere Erfahrungen dir vielleicht helfen können. Die Idee und das Konzpt einer Innung ist mir auch klar, ich versteh sogar die Fotoinnung :-) und wieso sie sich selbst ihre Meister schützen müssen. Wie du jetzt auf den Haardesigner kommst frag ich mich aber schon? :-) nein, ernsthaft: es gibt Berufe die weder Schaden noch Schmerzen zufügen können, wenn sie von jemandem gemacht werden, der nicht eine Ausbildung (im eigentlichen Sinn) in dem Fach genossen hat. Und Fotografie ist für mich einer davon. Jeder der eine Fotografen anheuert sollte aber in der Eigenverantwortung nach Portfolio fragen und danach beurteilen ob es das ist was er für sein Geld haben will.

    Eine gute Erkläung für die Fotoinnung liefert dir ein Spaziergang durch irgendeine Stadt, sei es Wien, Sbg, Ibk oder Lienz. Ich bin der Meinung, dass man die besten Bilder in sein Schaufenster stellt, und mit dem Gedanken im Kopf kann ich den selbigen nicht aufhören zu schütteln wenn ich bei Meisterfotografen an der Straße vorbei gehen. Ich könnte auch unzählige Webseiten hier posten, wo groß “Meisterfotograf” draufsteht und die Seitendynamik sich in den letzten 15 Jahren nicht geändert hat. Wo liegt die Befähigung denn da genau? Ist es der Meisterzettel mit dem Zeitstempel von 1980? Ich möchte niemanden zu nahe treten und jahrelange Berufserfahrung anzweifeln, ganz im Gegenteil es gibt HammerPhotogs da draußen. Aber die muss man nicht schützen! Wer gute Bilder macht, seine Kunden richtig behandelt und menschlich noch angenehm ist, der wird auch seinen Service verkaufen. Wer aber nur davon abhängig ist, dass die Innung gute Arbeit leistet und jeglich mögliche Konkurrenz im Keim erstickt, der wird auch auf dauer nicht gewinnen oder wachsen können. Weil der Bruder meines Schwagers hat eine Schwester die kost nix und fotografiert viel besser als der Dorffotograf…
    (Btw die Fotoinnung verwendet fast das ganze Budget um pfuschende Fotografen zu erwischen.)

    Wirtschaftlich gesehen ist es ebenfalls eine Katastrophe, anstatt Jungunternehmer zu Fördern rollt man riesen Steine in den Weg. Der Vergleich zu anderen Ländern (nicht nur USA) zeigt ausserdem, dass das Fotogeschäft ganz gut ohne Innungen zurecht kommt, teilweise sogar schon immer!

    Unsere Absicht war nie eine Illegale und wir sind super froh, dass das nun für uns keine Grauzone mehr ist.

    Es freut mich zu hören, das ein Großmeister der Gestaltung und Kunst wie du es bist gefällt was wir tun. DANKE! Ich hab mich auch während des Studiums schon damit beschäftigt (auch mit Video), sicher weit entfernt von der Professionalität wie ihr es zu der zeit schon betrieben habt. Und auch hin und wieder habe ich es bereut nicht MMA gewählt zu haben, “der Kaas is oba bissn” und in der Vergangenheit lebst sonst auch keiner.

    Also bis denn, danke für die Diskussion und bis bald
    Ingoman

    PS:Das du mich nie mit einer Cam gesehen hast, liegt wohl daran, dass der Beachsand Gift für den Sensor ist :-)

  • Reply
    Lutz
    16. March 2010 at 14:43

    Fantastisch! Vielen Dank, dass ihr eure Erfahrungen mit uns teilt. Das ist wirklich sehr hilfreich!

  • Reply
    Armin
    16. March 2010 at 20:49

    Gratulation zu diesem gewonnenen Kampf. Falls sich hier jemand über Ingos Ausdauer wundert, dem sei geflüstert, dass er schon Marathons durchgestanden hat, und zwar ziemlich flott! :-)

    LG, Armin

  • Reply
    admin
    16. March 2010 at 21:42

    carmen hält durch, auch ohne marathons, sollte man nicht vergessen!
    ;-)

  • Reply
    [CP] Caringo Photografix Blog » Gastbeitrag auf Kwerfeldein.de – Fotograf sein wollen und auch dürfen
    16. June 2010 at 10:41

    […] Fotografieblog im deutschsprachigen Raum betreibt, eine Nachricht geschrieben und ihn auf unser “Gerangel” mit den Behörden aufmerksam gemacht. Wir verfolgen seine Tätigkeiten schon seit einigen Jahren und lernen auch von […]

  • Reply
    Jessy
    3. February 2011 at 12:18

    Grias eich Caringo’s!

    derzeit arbeite ich gerade an einem künstlerischen Foto-Buch, dass sich mit dem Thema Berufsfotografen auseinandersetzt. So bin ich auf eure Seite gestoßen und freue mich, dass es evt. doch noch Licht am Ende des Tunnels zu geben scheint!

    Ironischerweise bin ich selbst Osttiroler (a Mottinga), lebe aber schon länger in Wien, und so freut es mich natürlich besonders, einen so gut geschriebenen Artikel zu lesen. Quasi indirekt wieder mal was aus der “Heimat” zu hören. Danke, dass ihr die leidige “Causa” für uns durchgestanden habt!

    Auch überlege ich, selbst in das Gewerbe einzusteigen (keine Bange, ich bin in Wien ;-> ). Vielleicht könntet ihr mir die Kontaktdaten von dem Professor und auch von der Dame auf der BH Lienz zukommen lassen, damit es bei mir vielleicht nur 3 Monate dauert :)

    Ohnehin habe ich vor im künstlerischen Bereich zu bleiben, deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass ich einem Innungsfotografen irgendein Geschäft wegnehme. Als “Künstler” könnte ich sowieso arbeiten, aber es gibt halt einen großen Graubereich und im Gegensatz zu den Innungsmenschen habe ich halt keine Rechtsschutzversicherung…

    Ein weiteres, kleines Problemchen hätte ich noch, bei dem ihr mir vielleicht helfen könntet: Für mein Büchlein, das übrigens den Titel “Meisterfotografen” tragen wird, bräuchte ich einen kleinen Absatz warum es so wichtig ist, das die Fotografie in Ö. ein geschützter Beruf sein muss. Leider habe ich auf meine Anfrage bei der Innung keine Antwort bekommen. Habt ihr vielleicht während der 5-Monate Odyssee eine Begründung bekommen, bzw. fällt euch zufälligerweise eine Webseite ein, wo etwas steht?

    Nochmals danke für den (trotz der Traurigkeit der Angelegenheit) sehr aufheiternden Blogeintrag!

    pfiat eich,
    Jessy

  • Reply
    Anne
    7. February 2011 at 12:08

    Oh, man! Das hört sich ja ganz schön krass an. Ja, die Bürokratie… Vielen Dank, dass ihr eure Geschichte erzählt habt! LG aus Duisburg!

  • Reply
    Jennifer
    12. February 2011 at 17:32

    wow das ist ja echt der Hammer – mir graut es immer davor, dass irgendwann wieder ein Meisterbrief in Deutschland eingeführt wird. Super wie ihr das geschafft habt ! Es wäre aber auch wirklich eine Schade wenn ihr nicht mehr als Fotografen arbeiten dürftet und Eure Hochzeit vom 62jährigen Meisterfotografen um die Ecke gemacht werden müssten.

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