Candi Guide

NO GO’s | CANDI GUIDE #15

Hallo und Danke fürs wieder vorbei schauen zu einem neuen Tipp aus unserer Kolumne CANDI GUIDE.

Für den Fall, dass du das erste Mal hier bist und keine Ahnung hast was in unserer Serie für „moderne Brautleute“ steckt, empfehlen wir diesen kurzen Beitrag hier zu lesen und natürlich im Anschluss mit dem ersten Tipp mit einzusteigen :)

Die heutige Kolumne ist erneut nicht eindeutig ein Rezept für „bessere Hochzeitsfotos“ aber ihr werdet uns sehr wohl zustimmen, dass ein besseres Verhältnis zum gewählten Hochzeitsfotografen mit Sicherheit zu einem besseren Klima in der Kommunikation führt und daraus vielleicht resultierend zu besseren Fotos. Eine positiver, respektvoller und guter Umgang ist wichtig, man mag sich einfach „lieber“ und das ist unserer Meinung nach bei einer Dienstleistung sehr wichtig.

Wir wollen daher unser TOP 5 Punkte auflisten die bei Anfragen, aber auch oft erst nach der Buchung/Hochzeit aufkommen, und ohne es eigentlich zu wissen, ungewollt „Schaden“ anrichten.

1.)  „Die RAW Daten bitte!“

Ein Klassiker ist seit Jahren im digitalen Zeitalter die Frage oder oftmals sogar Forderung nach den RAW Dateien. Hätte sich zu Filmzeiten nie jemand getraut die Negative eines Fotografen als sein Eigentum anzusehen oder für einen privaten Event einzufordern, gehört es dieser Tage oft zu den Standardsätzen bei Anfragen.

Im Internet findet man unendlich viele Vergleiche was diese Frage an den Fotografen im Alltag, für jeden verständlich, bedeutet. Von „bei Amazon um die Manuskripte des Autors anfragen“ bis zum „Kauf der Rohprodukte (Mehl, Wasser, Hefe) beim Bäcker und selbstverständlich dem passenden Rezept fürs Brotbacken zu Hause. Die Vergleiche sind vielfältig und oft auch belustigend.

Die Wahrheit ist, dass ein RAW Produkt des Fotografen die Grundlage ist für weitere Arbeitsschritte und bis zur finalen Lieferung des Produkts, z.B. eine JPG-Datei oder Abzüge, gehören die Schritte nach der Aufnahme ebenfalls zum Produkt bzw. der Handschrift des Fotografen.

Dabei spielt es keine Rolle ob der Kunde selbst Fotograf, Grafiker oder einfach nur ambitionierter Hobbyfotograf ist. Fotos im RAW-Format sind unfertig.

Das hat auch nichts mit der Fähigkeit des Fotografen zu tun oder weil selbiger Belichtungsfehler in der Postproduktion beheben muss, sondern es sind flaue, kontrastlose rohe Daten die in 100% der Fälle eine Nachbearbeitung erfordern.

Kein Hochzeitsfotograf liefert eine halbfertige Arbeit an den Kunden und zum selber an den Fotos Hand anlegen kommen wir noch weiter unten.

 

2)   „Wir hätten gerne ALLE Fotos, müssen auch nicht bearbeitet sein“

Oft im gleichen Atemzug wie der unser Punkt 1 kommt die Frage/Forderung nach ALLEN Fotos die man an diesem Hochzeitstag gemacht wurden.

Ohne zu wissen was es eigentlich bedeutet 5000 Fotos und mehr von der eigenen Hochzeit zu bekommen und diese erst mal sichten zu müssen, ist die Forderung nach unbearbeitet Fotos wiederum gleichzusetzten mit der RAW-Frage. Wenn der Fotograf im RAW Format arbeitet, was sicher die meisten tun, dann ist ein unbearbeitetes Foto als Jpg genauso unschön und unfertig wie im rohen Format.

Kein einziges Bild verlässt unbearbeitet unser Haus. Bilder sind unsere Arbeit und nicht vorstellbar wenn Facebook mit halbfertigen Arbeiten gefüllt werden würde.

Zu den Aufgaben eures Hochzeitsfotografen gehört auch die Reduktion aller Aufnahmen  auf eine Menge, die den Tag so repräsentiert wie er war. Für uns ist diese Menge seit Anfang an ca. 500 Bilder pro 8 Stunden.

Fehlt ein wichtiger Moment bei der Auswahl, dann ist die Chance groß, dass die Aufnahme fehlt und nicht nur nicht ausgewählt wurde.

Es gibt verschiedenste Gründe um öfter als nur einmal hintereinander auf den Auslöser zu drücken aber man kann sich merken, je mehr Personen auf dem Bild sind, umso mehr Gründe werden es.

Wenn wir z.B. Gruppenfotos machen, dann vermindert jede weitere Person die Wahrscheinlichkeit eines „perfekten“ Fotos. Ein Bild mit 20 Personen, kann schon mal mehrere Aufnahmen erfordern.

Eine sprechenden Person zu fotografieren, z.b. bei einer Rede, resultiert oft in lustigen Gesichtsausdrücken. Oder, jeder kennt die Fotos mit halb geschlossenen Augen weil man gerade geblinzelt hat, richtig? Von diesem Typ Bild gibt es sehr viele bei Hochzeiten und es wäre nicht im Sinne beider Parteien solche Fotos weiter zu geben.

Im Bearbeitungsprozess des Fotografen gehört also die Auswahl dieses einen brauchbaren Gruppenfotos aus einer Serie mit 10 Schüssen zum Beruf dazu. Niemand will die 9 anderen Bilder sehen oder benötigt diese für irgendetwas.

 

3)   „Wir möchten die Fotos selbst bearbeiten“

Hier gibt es oft ungewollte Missverständnisse zwischen Kunde und Fotograf die zu heiklen Situationen werden können.

In Zeiten von Instagram und auch dem beliebten Hobby Fotografie, passieren mit den gelieferten Bildern des Fotografen im nachhinein oft weitere Bearbeitungen die nicht nur das eigentlich Bild zerstören, sondern natürlich auch das Urheberrecht verletzen.

Wir hatten das Thema schon Eingangs bei der „Suche nach dem Richtigen“. Viele Fotografen sehen sich als Künstler und das Endprodukt repräsentiert die Arbeit des Fotografen. Wer nun aber selbst die Bilder nochmal überarbeitet und vielleicht sogar Online stellt, der greift hier sehr massiv in die „Kunst“ des Fotografen ein.

Ob das nun mit Lightroom, Photoshop oder nur einem Instagramfilter passiert, spielt dabei keine Rolle. Im schlimmsten Fall kann dieser Eingriff auch negative Werbung für den Fotografen bedeuten.

 

4)   „Wir hätten aber gerne…“

Es kommt immer mal wieder vor, dass wir von Kollegen hören, dass ihre Kunden gerne einen „anderen“ Bearbeitungsstil für ihre Hochzeit haben möchten. Das Ganze natürlich erst nach der Lieferung der Bilder, als diese festgestellt haben, irgendwas gefällt ihnen daran nicht.

Das ist natürlich auch zulässig, sofern es gravierende Qualitäts- oder Bearbeitungsunterschiede gibt zu dem was „bestellt“ wurde bzw. was im Portfolio des Fotografen zu sehen ist.

Allerdings ist in den meisten Fällen diese Enttäuschung sehr wohl vermeidbar und führt sehr darauf zurück, dass sich die Brautleute sich nicht ausreichend mit dem Fotografen und seiner Arbeit im Vorfeld beschäftigt haben. Darauf gehen wir in den ersten CANDI GUIDE Ausgaben sehr detailliert ein.

Vergleichbar ist das z.B. damit, wenn wir einen Kunden hätten, der nach der Hochzeit sagt, er wolle eigentlich kontrastreiche und gesättigte Fotos und außerdem auch keine Bilder gegen die Sonne fotografiert. ;-)

 

5)   Weitergabe an Dritte und Urhebernennung

Natürlich ist die Handhabung der gelieferten Produkte in den meisten Fällen unterschiedlich, aber was sich in so gut wie allen Fällen nicht ändert, ist der Eigentümer bzw. der Urheber des Bildes.

Logischerweise gibt es unterschiedliche Ansätze, aber meistens erteilt euch euer Fotograf ein privates Nutzungsrecht der Hochzeitsbilder. Das bedeutet ihr dürft mit den Bildern für euch privat so einiges anstellen und auch an eure Familien und Freunde weiter geben.

Wie aber eben schon angemerkt, gibt es für euch „nur“ das Nutzungsrecht und daher ist es wirklich wichtig, mit eurem Fotografen Rücksprache zu halten, wenn ihr z.B. Bilder an andere Dienstleister eurer Hochzeit weiter geben möchtet.

Generell, wenn ihr euch nicht sicher seid, kontaktiert den Fotografen und fragt einfach bevor ihr Bilder weiter gebt oder für etwas verwendet was über die Familie hinaus geht. Sicher ist sicher :)

Für die private Nutzung ist es natürlich auch nicht wichtig, dass ihr überall den Urheber der Bilder dazu sagt oder schreibt (Dankeskarten etc). Landen die Bilder allerdings im Internet, egal ob auf Facebook, Instagram oder auf einer Webseite, dann raten wir euch immer den Urheber zu nennen oder zu verlinken.

Nicht nur zeigt ihr damit den Respekt an euren Fotografen und seiner Arbeit, sondern auch dass ihr ihn/sie gerne Empfehlen könnt weil ihr mit den Aufnahmen zufrieden seid.

 

Das war’s also für heute mit den NO-GO’s und wir wünschen euch allzeit eine nette und positive Kommunikation mit eurem Fotografen. Gerne freuen wir uns über eure Highlights zu obigen Punkten in den Kommentaren.

Liebe Grüße und bis bald

Carmen and Ingo

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1 Comment

  • Reply
    Rici
    10. March 2015 at 15:21

    Totally agreed, had all of these in various client meetings. Thank you for sharing your arguments on the topic ;)

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